#wasmitbuechern. Seit 2009. Von Leander Wattig.

Terra X: Das Shakespeare-Rätsel

17. April 2016

„Er ist der bekannteste Dichter der Welt: Shakespeare. Mit Romeo und Julia, Hamlet und Falstaff hat er einige der größten Figuren der Literaturgeschichte geschaffen. Doch Shakespeares steile Karriere gibt bis heute Rätsel auf. Konnte ein einfacher Mann aus der Provinz Verfasser all dieser Stücke sein? Einige Wissenschaftler bezweifeln das.“ (Länge: 45 min., 2011)

ARTE-Doku: Lust am Verbrechen – Die Welt im Krimifieber

16. April 2016

logo-arteKrimis und Thriller ziehen täglich Tausende Fans in ihren Bann. In dieser dreiteiligen ARTE-Dokureihe führen zeitgenössische Autoren durch die Geschichte des Krimis und verraten, woher sie ihre Ideen nehmen.

In dieser Folge stehen berühmte Krimi-Figuren im Mittelpunkt. Welche Charaktere sind es, die den Zuschauer besonders fesseln? Wie sind deren Beziehungen zueinander konzipiert?“

In dieser Folge: Der Tatort steht in jedem Krimi im Zentrum des Geschehens. Er kann ein Verbrechen auslösen oder auch begründen. Die aktuelle Folge führt von dunklen Gassen bis in einsame Gebirgslandschaften, woran deutlich wird, warum der Krimi die düsteren Seiten der Gesellschaft schon allein anhand seiner Schauplätze zum Vorschein bringt.“

In dieser Folge: Viele Krimis beruhen auf wahren Ereignissen, oder: Wie Autoren die oft banale Realität in faszinierende Geschichten verwandeln, die einen nicht mehr loslassen.“

Job-Angebote der Buchbranche seit Anfang April

15. April 2016

Logo großPublishingMarkt.de ist die kostenlose Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt von Leander Wattig – in Kooperation mit Buchreport.

Unternehmen und Kreativschaffende können kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Job- und Projektangebote eintragen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Es kann also komplett eigenständig und unabhängig agiert werden, was allen Beteiligten Zeit spart.

Sie können auch einen Top Job buchen. Dadurch bekommen Sie noch mehr Reichweite und Sichtbarkeit über unsere Kanäle und die von unserem Kooperationspartner Buchreport.

Job-Angebote auf PublishingMarkt.de seit Anfang April

 

 

Gudrun Ingratubun: Ich rege Kinder und Jugendliche dazu an, selbst Bücher zu machen

3. April 2016

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Gudrun IngratubunWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Gudrun Ingratubun und ich habe Book your Story! in Berlin ins Leben gerufen. Ich rege Kinder und Jugendliche dazu an, selbst Bücher zu machen: ihre eigenen Geschichten zu ersinnen, zu erzählen, diese aufzuschreiben und mit Linoldruck zu illustrieren. Durch einen selbst gestalteten Buchdeckel, schönes Papier und die japanische Blockbindung entstehen Buchunikate. So schaffen die Kinder komplexe Kunstwerke und bringen ihre Gedanken und Gefühle in eher privaten, sehr persönlichen doch sehr ästhetischen Büchern zum Ausdruck. Auf der Leipziger Buchmesse wird eine Auswahl dieser Bücher am Stand der Leipziger Buchkinder ausgestellt und im Forum jüngster Autoren vorgelesen.

Zudem übersetze ich Romane, Kurzgeschichten und Kinderbücher aus dem Indonesischen ins Deutsche.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Der kann sehr unterschiedlich sein. Meist beginnt mein Tag mit Mails lesen und einem Schlender durch die sozialen Netzwerke. Weiter geht es dann mit persönlichen Begegnungen bei einem Buchprojekt in Kita oder Schule, sich in die Geschichten der Kinder hineinzudenken, Tipps beim Illustrieren zu geben. Bei den Kitaprojekten arbeite ich mit einer Schauspielerin oder Dramaturgin zusammen, die mit den Kindern die Geschichten entwickelt. Danach folgen Tätigkeiten wie an Layouts zu arbeiten, Konzepte zu schreiben, Anträge und Abrechnungen auszufüllen, im Büro des theater und buchkollektivs in der Weiberwirtschaft in Mitte. Je nach Auftragslage verbringe ich den restlichen Tag mit Übersetzen. Schließlich besuche ich abends manchmal noch eine Veranstaltung zum Netzwerken oder nehme an einer Lesung teil.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Nachdem ich vor 10 Jahren an einer Fortbildung der Leipziger Buchkinder teilgenommen hatte, begann ich gemeinsam mit einer Freundin und einer Buchbinderin mit Kindern in Tiergarten-Süd Buchprojekte zu machen. Als ich dann für vier Jahre nach Jakarta, nach Indonesien, zog, habe ich dort neben meiner Arbeit am Goethe-Institut selbständig mal ein Buchprojekt an einer Schule und auch mal eines am Goethe-Institut selbst gemacht. Es war spannend die dortigen Materialien auszuprobieren: anderes Papier, Schuhsohlengummi als Druckstöcke.

Vor mittlerweile fast sechs Jahren bin ich nach Berlin zurückgekehrt und es zeichnete sich immer mehr ab, dass die Buchprojekte mit Kindern das sind, was ich wirklich machen will und was ich ausbauen wollte, auch um davon leben zu können. Der Name „Book your Story!“ ist meiner ältesten Tochter eingefallen. Seitdem kooperiere ich mit unterschiedlichen Partnern, zum Beispiel mit dem Weinmeisterhaus in Mitte als Veranstaltungsort.

Anfang 2014 habe ich mit zwei Kolleginnen das theater und buchkollektiv Gumbke und Gauke gegründet. Gemeinsam führen wir Projekte im Zusammenspiel von Theater und Buchproduktion durch, zur Zeit vor allem im Vorschulbereich als kreative Sprachförderung. Dazu planen wir in Zukunft auch Fortbildungen anzubieten. Um Sprachförderung geht es auch bei meiner Zusammenarbeit mit Yaylas Wiese: nämlich um die lebendige Vermittlung von Bildungssprache durch Gemeinschaftliches Aktivlernen. Kombiniert mit Bewegung werden auch komplexe, grammatische Strukturen sowohl Kindern aus Familien mit wenig Bildungserfahrung als auch Kindern mit Fluchterfahrung schrittweise bewusster. Das ermöglicht den Kindern sprachlich noch ausgefeiltere Bücher zu schreiben.

Durch Indonesiens Ehrengastauftritt bei der Frankfurter Buchmesse 2015 gab es einen sprunghaft angestiegenen Bedarf nach Übersetzungen aus dem Indonesischen, sowohl was literarische Texte an betraf als auch bei Veranstaltungen. Da war der Zeitdruck ungeheuer groß, doch war es sehr anregend und hat viel Spaß gemacht. Jetzt besteht die Herausforderung darin, dieses gewachsene Interesse an indonesischer Literatur nicht wieder in Vergessenheit geraten zu lassen.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Bei den Buchprojekten mit Kindern ist die Finanzierung recht mühsam, da die Entstehung eines Buches immer einige Zeit in Anspruch nimmt und dadurch relativ hohe Honorarkosten anfallen. Da  würde ich gern abseits von Anträgen alternative Finanzierungsquellen erschließen. Außerdem wünschte ich mir, ein Atelier zeitweise nutzen zu können, um dort selbst Drucke anzufertigen.

Was die Übersetzungen aus dem Indonesischen anbelangt, ist es eine große Schwierigkeit, deutschsprachige Verlage zu finden, die bereit sind spannende, indonesische Autoren, die hierzulande noch weitgehend unbekannt sind, zu verlegen. Sonst könnte Selfpublishing vielleicht auch ein Weg sein. Das habe ich bisher noch wenig erkundet.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Einerseits dürfen mich Kinder und Jugendliche, beziehungsweise deren Schulen oder Kitas, die an Buchprojekten interessiert sind, gern kontaktieren. Gemeinsam suchen wir dann Finanzierungsmöglichkeiten.

Andererseits ist mir sehr an Verlagen gelegen, sowohl im Bereich Belletristik – im Spannungsfeld von Sozialkritik und magischem Realismus – als auch dem künstlerischen Kinderbuch, die sich für die Veröffentlichung von indonesischen Büchern für den deutschsprachigen Raum interessieren.

Wo finden wir Sie im Internet?

Sie finden mich unter

Persönlich bin ich auch auf Xing und LinkedIn zu finden und natürlich per Mail erreichbar: g.ingratubun@book-your-story.de

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Foto: (c) Andreas Umpfenbach

Job-Angebote der Buchbranche seit Mitte März

30. März 2016

Logo großPublishingMarkt.de ist die kostenlose Job- und Projektbörse für den Publishing-Markt von Leander Wattig – in Kooperation mit Buchreport.

Unternehmen und Kreativschaffende können kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Job- und Projektangebote eintragen. Nach Verfassen und Freigabe eines Eintrags wird eine Bestätigung an die hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Es kann also komplett eigenständig und unabhängig agiert werden, was allen Beteiligten Zeit spart.

Sie können auch einen Top Job buchen. Dadurch bekommen Sie noch mehr Reichweite und Sichtbarkeit über unsere Kanäle und die von unserem Kooperationspartner Buchreport.

Job-Angebote auf PublishingMarkt.de seit Mitte März

 

 

Christa Pellicciotta: Wir führen seit 2008 die Buchhandlung Wortreich in Glarus

27. Februar 2016

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Christa PellicciottaWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Christa Pellicciotta und wohne im Bergkanton Glarus in der Schweiz. Wir führen seit 2008 die Buchhandlung Wortreich mit Neusortiment und Buchantiquariat in Glarus und führen sehr viele kulturelle Events bei uns durch. Angefangen hat das Ganze mit einer Idee sozusagen familienintern und meine Tochter Janis, die ausgebildete Buchhändlerin ist, war das wichtige dritte Bein im Bunde. So bin ich quer eingestiegen in den Buchhandel und habe mich voll ins kalte Wasser gestürzt! Als Schwimmring war und ist uns Gabriele, unser Ehemann und Vater, das zweite Bein im Bunde. Ich mache mit Büchern das, was alle Buchhandlungen so machen: Ich verkaufe sie und freue mich, wenn das richtige Buch zum passenden Leser findet – und dabei unterstütze ich den Kunden mit Leidenschaft. Für unsere Veranstaltungen bilden die Büchergestelle dann einen optischen Rahmen, der recht apart ist und akustisch gut wirkt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Einen typischen Tag gibt’s nicht immer, aber vielleicht könnte man sagen, dass ich meistens um 8 Uhr im Laden ankomme und anfange, zu arbeiten. Alle Geräte aufschalten, Bürokram, Mails ordnen, Facebook checken und dann die Agenda studieren bzw. Prioritäten setzen. Da ich eine Teilzeitmitarbeiterin und eine Lehrtochter (Auszubildende Buchhandel) beschäftige, überlege ich mir, wie und wer was machen könnte, sollte usw. Um 9 Uhr geht der Laden auf und am schönsten ist es, wenn dann sofort Kunden reinkommen, überall noch Kisten rumstehen und ein bisschen Chaos herrscht. Das gibt mir ein gutes Gefühl von viel Arbeit, die ich ja bis am Abend abarbeiten kann, also kein Stress machen! Diese weise Aussage hätte ich natürlich vor ein paar Jahren nie machen können, da war ich ständig auf Nadeln. Bis am Mittag ist man meist beschäftigt mit Bestellungen ausführen, Mails beantworten, Wareneingang verarbeiten, Kunden benachrichtigen. Nachmittags kommen natürlich Kunden und schriftliche Bestellungen rein, aber man hat Zeit für Hintergrundarbeiten und ich vor allem für die Organisation von Veranstaltungen. Abends um 18:30 schließen wir den Laden, außer ein Kunde braucht noch etwas länger, dann spielt’s auch keine Rolle. Ich und Gabriele bleiben oftmals noch länger hier, um etwas zu besprechen, Werbung zu organisieren, oder Technisches zu optimieren. Natürlich sind wir abends auch oft hier, weil Veranstaltungen sind, also verlängert sich dann der Tag bis spätabends. Aber mittlerweile nehme ich mir die Freiheit, dass ich dann dafür mal unter der Woche ein paar Stunden freinehme, um Sport zu treiben oder im Garten zu lesen.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Wie schon erwähnt, hat sich alles eingependelt und wir haben Routine bekommen, das spart Zeit und Energie bei allem. Vom Geschäft her ist die Lage ein bisschen schwieriger zu beurteilen, der Buchmarkt in der Schweiz ist gar nicht rosig und man weiß ja nicht, wie er sich noch entwickelt. Wir persönlich haben natürlich einen Aufstieg erlebt, da wir erst 2008 angefangen haben. Mittlerweile hat sich unser Geschäft auch etabliert, wir sind angesichts der Lage im Buchhandel und speziell auch in unserem Bergkanton recht zufrieden. Die Buchpreisbindung war schon gefallen, als wir 2008 angefangen hatten, da kann ich also keine Vergleiche ziehen, aber 2015 war bei etwa gleich gutem Buchverkauf der Umsatz gesunken, da die Buchpreise stark gesenkt wurden in der Schweiz.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Wir haben verschiedene Probleme, banale wie das alte Gebäude mit einer komplizierten alten Heizung, schwachem Stromnetz, fehlender Isolierung – aber wir fühlen uns sehr wohl hier drin, es ist einer der charmantesten Räume in Glarus mit großen Fenstern und großzügigem Raumkonzept, da ehemaliges Industriegebäude. Ein konkretes Geschäftsproblem ist aber sicher, dass wir abgelegen sind vom Zentrum unserer Kleinstadt. Also sehr wenig Laufkundschaft. Da suchen wir ständig Lösungen und sind sehr aktiv im Dagegenhalten. Wir versuchen auch, unser großes modernes Buchantiquariat außerhalb unseres Kantons bekannt zu machen – und schalten auch mal Leinwand-Werbung in einem Zürcher Kino.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Oh, jeder Kunde ist uns willkommen! Auch Buchliebhaber, die nach stundenlangem Stöbern im Antiquariat nur einen Kaffee an unserer Bar trinken, sind eine Bereicherung. Wir werden ständig kontaktiert von Künstlern, die auftreten möchten hier oder Autoren, die ihr Buch vorstellen möchten, und anderen Veranstaltern oder Kunden, die einfach neugierig sind, was wir alles so machen. Für uns sind alle Kontakte hilfreich, die uns irgendwie weiterbringen, unserer Buchhandlung einen guten Ruf einbringen und neue Kunden bringen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Christa Pellicciotta

Antonia Stolz und Ioan Brumer: Wir verlegen ausschließlich Bücher auf Rolle

18. Februar 2016

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Antonia Stolz

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Wir sind Antonia Stolz und Ioan Brumer und zusammen haben wir im April 2015 Round not Square gegründet. Das ist ein unabhängiger Verlag der Einzigartiges macht: wir verlegen ausschließlich Bücher auf Rolle. Damit schaffen wir ein Format, dass in die Länge unbegrenzte Möglichkeiten bietet. Unsere Rollen sind irgendwo zwischen Buch und Kunst und sind von uns entwickelt, produziert und verlegt. Man liest sie von links nach rechts und kann als Betrachter immer den Ausschnitt selbst wählen, den man sehen möchte. Im Moment haben wir schon fünf wunderbare Bücher im Programm, von Wilma und Wolf, einem bezaubernden Kinderbuch mit einer 11m langen durchgehenden Illustration bis hin zu einem Kunstband mit Werken des amerikanischen Fotografen Larry Yust.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Für uns gibt es gerade noch keinen typischen Tag, meistens ist von allem was dabei. Manchmal machen wir vor allem Kunsthandwerk (wir drucken und binden alle unsere Bücher selbst), dann sind wir ein Berliner Start-Up mit all den Herausforderungen, meistens sind wir Verleger. Das ist ziemlich viel und ziemlich vielfältig und wir schätzen uns glücklich, denn wir haben jeden Tag mit schönen Büchern zu tun.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Am Anfang ging es um Grundsätzliches, wie die Gründung unseres Unternehmens, Proof of Concept, unsere (zum Glück erfolgreiche) Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter. Wir haben unsere ersten Publikationen auf den Weg gebracht und monatelang damit zugebracht, sicherzustellen, dass unsere Rollen nicht nur dieses ganz besondere Format bieten, sondern auch im Handling und Design höchsten Ansprüchen genügen. Weil niemand macht, was wir machen, stehen wir oft vor ganz unvorhergesehenen Herausforderungen. Wir haben zum Beispiel viel Zeit damit verbracht das richtige Papier auszuwählen. Das war schwierig, denn wir mussten direkt bei der Papierfabrik bestellen und sind nun stolze Besitzer von zwei Tonnen Papier in riesigen Rollen… sowie eines Werkstattkrans. Jetzt sind wir gerade in unser Ladenstudio gezogen, versuchen die Menschen wissen zu lassen, dass es Round not Square gibt und freuen uns über das wachsende Interesse. Und natürlich arbeiten wir auch an unserem Programm für dieses Jahr.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Zwischen Kunst- und Buchmarkt wollen wir uns eine Nische schaffen, die zulässt, dass wir beides sind, ohne uns in Schubladen stecken zu lassen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Wir suchen freie Buchbinder, die ihr Handwerk verstehen und schätzen. Außerdem freuen wir uns über Interesse von kunstorientierten Buchhandlungen sowie Galerien für den Aufbau unseres Netzwerks.

Wo finden wir Sie im Internet?

Unsere Homepage heißt round-not-square.com und unser Shop ist hier zu finden round-not-square.com/shop.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Foto: (c) @roundnotsquare

Gabriele Radecke: Ich habe die Fontane-Arbeitsstelle an der Universität Göttingen gegründet

6. Januar 2016

Die folgenden sechs Fragen unserer Interview-Reihe werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Gabriele RadeckeWer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Gabriele Radecke; ich bin Literatur- und Editionswissenschaftlerin an der Universität Göttingen. 2010 habe ich dort die Theodor Fontane-Arbeitsstelle gegründet, um Fontanes Werk in Buch- und digitalen Editionen für das 21. Jahrhundert neu zu veröffentlichen. Inzwischen sind wir ein gut aufgestelltes Team, das an der Herausgabe und Kommentierung von Fontanes autobiographischen, reiseliterarischen und kritischen Texten arbeitet; die Bände erscheinen im Rahmen der Großen Brandenburger Ausgabe im Berliner Aufbau Verlag und wenden sich an Fachwissenschaftler und an ein allgemeines Lesepublikum. An der Fontane-Arbeitsstelle entsteht außerdem in enger Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen die digitale erste Gesamtausgabe von Theodor Fontanes Notizbüchern; diese Edition wird auch als Buch im Walter de Gruyter-Verlag erscheinen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil sich die Arbeit nicht immer in regelmäßige Abläufe einteilen lässt. Deshalb fasse ich lieber die Schwerpunkte zusammen, zu denen neben dem Lesen und Schreiben insbesondere die folgenden Tätigkeiten gehören: die Betreuung der Mitarbeiter an der Fontane-Arbeitsstelle – die Leitung von Teamsitzungen – die wissenschaftliche Beratung bei der Herstellung von Buch- und digitalen Ausgaben – das Entziffern der komplizierten Handschrift Fontanes, die Kommentierung erläuterungsbedürftiger Textstellen, das Erstellen von Registern und die Textredaktion – Vorträge und Seminare und schließlich neue Fontane-Projekte entwickeln und Förderanträge schreiben.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Der digitale Medienwandel hat auch die editorischen Methoden und Arbeitsweisen sowie die Publikationsformen von Werkausgaben erweitert. So ersetzen digitale Werkzeuge und virtuelle Forschungsplattformen zunehmend die bisherige Arbeit mit konventionellen Computerprogrammen. Diese grundlegende Veränderung setzt voraus, dass man sich mit der neuen Technik vertraut macht. Hinzu kommt, dass die Editionen nunmehr als gedruckte Bücher, als E-Books und als digitale Ausgaben in interdisziplinären Teams erarbeitet und publiziert werden. Dafür ist eine große Kommunikationsfähigkeit sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, insbesondere mit IT-Experten, erforderlich. Schließlich hat sich die Art der Recherche für die Texterläuterungen verändert. Arbeitete man früher fast ausschließlich in Bibliotheken mittels Kataloge und gedruckter Bücher, so wird die editorische Arbeit nunmehr durch das Internet und das Lesen am ortsunabhängigen Bildschirm nicht nur maßgeblich unterstützt, sondern auch erheblich erleichtert.

Was ist ein Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Das größte Problem ist die Finanzierung. Da unsere Stellen durch Drittmittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Fritz Thyssen Stiftung gefördert werden, muss ich mich ständig um weitere Projekte und deren Finanzierung kümmern, was mich oftmals von der inhaltlichen Projektarbeit abhält.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren – welche Art von Kontakten wäre zurzeit hilfreich für Sie?

Ich freue mich immer über das Gespräch mit Fontane-Leserinnen und Lesern; außerdem würde ich mich gerne noch mehr mit Kollegen vernetzen, die sich ebenfalls dafür engagieren, Autoren und ihre Texte auch einem jüngeren Publikum durch analoge und digitale Werkausgaben näherzubringen. Schließlich bin ich an einem Austausch über Erfahrungen von erfolgreicher Drittmitteleinwerbung und Sponsoring interessiert.

Wo finden wir Sie im Internet?

Man findet mich im Internet auf der Website der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Göttingen. Neuigkeiten gebe ich über twitter und facebook bekannt. Ausführliche Projektinformationen gibt es auf der Website der Theodor Fontane-Arbeitsstelle. Die digitale Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern wird im Fontane-Notizbuch-Portal publiziert.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Gabriele Radecke